Das grosse Fremdeln mit der SwissCovid-App

Projektleiterin der SwissCovid-App-Facts Kampagne, Nathalie Stübi im #SRF Kurzinterview, warum es mehr Kommunikation zur SwissCovid-App braucht und ob sie sich stärker verbreiten wird.

von Nathalie Stübi
19 Okt / 5 min read

Die Digital-Initiative APROPOS_ der Stiftung Risiko-Dialog hat in Kooperation mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen eine neutrale Informations-Kampagne SwissCovidAppFacts lanciert. Warum ist das nötig?


Die SwissCovid Tracing App will helfen, die Corona-Pandemie einzudämmen. Diese Pandemie bringt viel Unsicherheiten im privaten und beruflichen Umfeld mit sich. Eine digitale Lösung kann dabei Ängste vor Überwachung auslösen. Zudem kann nicht jede/jeder gleich gut mit solchen neuen Tools umgehen. All dies führt zu einem erhöhten Erklärungsbedarf, damit die App auch genutzt wird.

Die Komplexität der Diskussion rund um die SwissCovid-App hat sich bereits in der parlamentarischen Debatte abgezeichnet. So wurde aus grundsätzlichen Überlegungen viel Wert gelegt auf Aspekte wie Datensparsamkeit, Dezentralität, Open Source und Freiwilligkeit als Diskriminierungsschutz, die allerdings gut erklärt sein wollen. Aus diesem Grund haben wir uns mit etablierten zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Amnesty International, Wikimedia, Digitale Gesellschaft, Parlamentarische Gruppe für digitale Nachhaltigkeit und weiteren mit der Unterstützung von Stiftung Mercator Schweiz und Fondation Botnar zusammen geschlossen. Das gemeinsam erklärte Ziel dabei: In Ergänzung zu den offiziellen Stellen mit neutraler ausgewogener Information zur SwissCovid App Bürger_innen zu informieren, Fragen aus der Bevölkerung aufzugreifen und damit mündige Entscheidungen zur Nutzung der App ermöglichen. Dabei ging es bewusst um die App selber und nicht um epidemiologische Aspekte.  Die offene Kommunikation mit ganz konkreten Fragen und Antworten ist dabei ein wichtiges Mittel, um Ängste abzubauen und gegen Desinformation vorzugehen. Die zahlreichen Rückmeldungen aus allen Landesteilen und Sprachen bestärkten uns dabei.



Wird sich die #SwissCovidApp in den kommenden Monaten stärker verbreiten?


Die steigende Infektionzahlen, eine wieder intensivierte Kommunikation mit einer Dialogorientierung (Postschalter Aktion) werden die Downloadzahlen wohl steigen lassen. Dabei hilft auch, dass die App mit mehr interaktiven Funktionen ausgestattet werden soll. Die wenigsten Smartphone Nutzer_innen sind sich gewohnt eine ‘schlafende’ App zu haben, bei der sie den Nutzen kaum spüren und nur im potentiellen Infektionsfall bemerken. Ausgeweitete Corona-Statistiken zu den bereits vorhandenen und ein mögliches Wissensquiz sollen implementiert werden. Ganz wichtig wäre, dass die App auch zum Contact Tracing in Bars, Restaurants, Kinos und öffentlichen Veranstaltungen genutzt werden kann. Damit könnte die eher auf negative News – nämliche die Benachrichtigung zu einer potentiellen Ansteckung – fokussierte App sich hin zu mehr Nützlichkeit und positivem Erleben entwickeln.

Das Kurzinterview in der Nachrichtenssendung SRF Echo der Zeit und Info3 vom 19. Oktober 2020