Frauen fürchten die Digitalisierung der Arbeit stärker als Männer

Rund die Hälfte aller Befragten sehen in der Automatisierung von Arbeitsprozessen gleichermassen Chancen wie Risiken. Das ist das Ergebnis des «Digitalbarometers» der Stiftung Risiko-Dialog, aus dem gestern die «SonntagsZeitung» zitierte. Dabei sehen Frauen sehr viel öfter nur oder eher Gefahren in der Digitalisierung der Arbeitswelt. Männer sind hier deutlich zuversichtlicher.

von Extern / Partner
02 Dez / 5 min read

Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge, Automatisierung:
Die digitale Revolution ist das grosse Thema in Wirtschaft und Politik. Nehmen uns die Roboter die Arbeit weg? Oder ermöglichen uns die digitalen Helfer eine bessere Zukunft? 


Diese Woche präsentierte die Stiftung Risiko-Dialog erstmals ihren «Digitalbarometer». Dazu untersuchte sie in einer repräsentativen Befragung unter 1762 Personen, wie die Schweizer Bevölkerung die Digitalisierung wahrnimmt und beurteilt. Das Ergebnis: Etwa die Hälfte der befragten Personen verbinden mit der Automatisierung von Arbeitsprozessen gleichermassen Chancen und Gefahren. 

Aufschlussreich sind die Unterschiede nach Geschlechtern: Frauen sehen sehr viel öfter nur oder eher Gefahren in der Digitalisierung der Arbeitswelt. Männer sind hier deutlich zuversichtlicher. Grosse Unterschiede zeigen sich auch beim Bildungsniveau. Je höher der Abschluss, desto eher sehen die Befragten in der Digitalisierung Chancen. Der Anteil der Befragten, die vor allem die Gefahren betonen, ist bei den Ungelernten dreimal so hoch wie bei den Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen. Die Bereitschaft, das eigene Verhalten den Anforderungen der Digitalisierung – zum Beispiel durch Weiterbildung – anzupassen, ist bei den Jüngeren doppelt so gross wie in der mittleren Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen. Diese müssten gezielt informiert und aktiviert werden, empfiehlt die Stiftung Risiko-Dialog deshalb. Mit ihrem «Digitalbarometer» will die Stiftung «der Bevölkerung in der Digitalisierung eine Stimme geben». Die Befragung soll in Zukunft jährlich wiederholt werden.

Autor: Armin Müller publiziert in der Sonntagszeitung (01.12.2019)

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