Die E-ID steht für eine staatlich anerkannte digitale Identifizierung. Sie ermöglicht die Weiterentwicklung von virtuellen Behördenschaltern und Online-Geschäften. Kritisiert wird, dass der Datenschutz durch die zentrale Speicherung oder den geplanten Betrieb durch die Privatwirt-schaft gefährdet sein könnte.


Wer steht primär in der Verantwortung im Thema E-ID?

Das Thema E-ID hat trotz hoher Aktualität für die Wohnbevölkerung der Schweiz eine eher geringe Relevanz, was darauf hindeutet, dass es noch ein Insider-Thema ist. Trotzdem sehen 41 % einen hohen Handlungsbedarf. Gerade einmal 16 % geben an, dass im Thema E-ID kein Handlungsbedarf bestehe. Es ist definitiv ein Thema, bei dem grundlegende Weichen gestellt werden müssen.

Als wichtige Akteure werden die Behörden (69 %) und die Politik (64 %) genannt, gefolgt von Technologieanbietern (45 %) und der Bevölkerung selbst (42 %). Wie die Grafik rechts zeigt, wird die Wirtschaft nur von 31 % der Befragten als wichtiger Akteur genannt. Dies, obwohl die E-ID stark von Seiten der Wirtschaft gefördert wird.


Bevorzugte E-ID Variante – abhängig von der Sprachregion

Eine grundlegende Frage, die sich für die Bevölkerung im Thema E-ID stellt, ist, welche Variante gewünscht wird. 43 % der Befragten geben an, eine «rein staatlich finanzierte und verwaltete E-ID für digitale Behördenschalter oder als staatlich verifizierte Identität» zu bevorzugen. Es ist damit das akzeptierteste Modell, unabhängig von der Chancen- und Gefahrenwahrnehmung. Dabei spricht sich vor allem die Westschweiz für eine rein staatliche E-ID aus, wie der Vergleich zwischen den Sprachregionen in der Grafik rechts zeigt. Ganze 20 % geben an, keine abschliessende Meinung zu haben. Als Herausgeber der E-ID wird der Staat mit 63 % klar am häufigsten genannt. An zweiter Stelle sind «staatsnahe Unternehmen (wie Post, SBB, Swisscom)» mit gerade mal 14 %. Mit zunehmender Chancenwahrnehmung steigt das Vertrauen in staatsnahe Unternehmen.


Fazit und Empfehlung

Vordergründig geht es beim Thema E-ID um Staat vs. Wirtschaft. Geht es um eine Kernaufgabe wie das Ausstellen eines Passes? Oder geht es um die Kompetenzzuschreibung für die technologische Umsetzung der E-ID und den Umgang mit Daten? Die Wohnbevölkerung der Schweiz befürwortet jedenfalls die Variante einer staatlich herausgegebenen E-ID am meisten und sieht dabei primär die Behörden in der Verantwortung. Dies kann als Wunsch gedeutet werden, dass sich der Staat der Digitalisierung stärker annimmt, und / oder: es seien operative Kompetenzen auch im Hinblick auf zukünftige Anwendungen aufzubauen. Letztlich handelt es sich um eine klassische Frage, welche die etablierte Politik klären muss. Es braucht eine politische Abstimmung. Dass ein Fünftel der Befragten noch keine abschliessende Meinung dazu hat, welche Variante sie bevorzugen, zeigt auch, dass Informationsbedarf besteht. Insbesondere mit Blick auf die bevorstehenden Volksabstimmungen.