Durch die Digitalisierung verändern sich die Berufsprofile und damit auch die Anforderungen an die Arbeitnehmenden. Im Rahmen der Ausbildung gilt es, Kinder und Jugendliche entsprechend darauf vorzubereiten – sowohl im Hinblick auf digitale Kompetenzen (z. B. Programmieren, Wissen um Datenschutzmassnahmen) als auch betreffend die zunehmend geforderte Anpassungsfähigkeit in einem sich schnell verändernden Arbeitsmarkt.

Die Herausforderung besteht darin, dass keine Lücke im Bereich der digitalen Kompetenzen entsteht und diese sonst möglichst schnell zu schliessen, damit nicht gewisse Teile der Bevölkerung auf dem Arbeitsmarkt und im Privatleben in Schwierigkeiten geraten. Laut einer Studie des Bundesamtes für Statistik BFS vom Jahr 2017 liegt die Schweiz in Bezug auf die digitalen Kompetenzen direkt vor Deutschland im Mittelfeld (BFS, 2017). Die Unterschiede nach Altersklassen und Bildungsstand sind in der Schweiz kleiner als in anderen Ländern.

Positive Sicht auf die Ausbildung
Aus Sicht der Bevölkerung bildet das heutige Ausbildungssystem auch für die digitale Welt eine gute Basis, wie die hohe Chancenwahrnehmung zeigt. Nur 9 % aller Schweizer_innen assoziieren mehr Gefahren mit der Digitalisierung für das Ausbildungssystem. 48 % sehen mehr Chancen und 40 % gleichermassen Chancen und Gefahren. Männer, Personen mit höherem Bildungsniveau sowie Personen, die selber digitale Dienste stärker nutzen, assoziieren dabei mehr Chancen*.

Chancen- und Gefahrenwahrnehmung der Schweiz abhängig vom Geschlecht

Wer soll die Auseinandersetzung vorantreiben?

Bildungsinstitutionen bleiben auch in der digitalen Welt die treibende Kraft
Die Verantwortung, die Auseinandersetzung im Themenfeld voranzutreiben, wird in erster Linie bei den Bildungsinstitutionen gesehen (65 %). Sie werden auch im sehr innovativen Digitalisierungskontext als kompetente Kraft wahrgenommen. Weitere zentrale Verantwortungsträger sind die Politik (61 %) sowie die Bürger_innen selbst (51 %).

Die Auseinandersetzung im Bildungssystem mit diesem Thema beginnt in der Deutschschweiz bereits früh; im Lehrplan 21 sind die Themen «Medien und Informatik» schon im ersten Schulzyklus Bestandteil des Kompetenzerwerbs der Schülerinnen und Schüler und sollen so auf die digitale Zukunft vorbereiten (Lehrplan 21, 2019). Bei der Erarbeitung der Lehrpläne im Berufsbildungssystem ist die Schweiz ebenfalls sehr gut aufgestellt, denn Berufsverbände sind massgeblich daran beteiligt. Dadurch können die diesbezüglich notwenigen Kompetenzveränderungen in die Bildungspläne einfliessen und den aktuellen Entwicklungen angepasst werden.

Empfehlung: Bildungsinstitutionen und Politik sind gefordert, Schritt zu halten

Bildungsinstitutionen sind gemäss ihrem politischen Auftrag in der Pflicht, Vorschläge für die Weiterentwicklung des Bildungssystems in der digitalen Welt zu erarbeiten. Dabei sind die Förderung individueller Kompetenzen und der Adaptionsfähigkeit zentral. Inhaltlich geht es dabei auch um den Umgang mit Daten von Lernenden oder die Entwicklung weg von einer generalisierten und hin zu einer individualisierten Bildung. Die Geschwindigkeit der digitalen Veränderungen im Vergleich zur Anpassungsdynamik des politisch abgestimmten Bildungssystems könnte eine Herausforderung darstellen.

*signifikanter Unterschied

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