Die Digitalisierung verändert viele Lebensbereiche wie die Wirtschaft, Forschung und die Bildung. Durch sie werden ganze Branchen umgewälzt, was zu neuen Berufen und zum Verschwinden von bestimmten Tätigkeiten führt. Durch den Einsatz von Robotik, die Vernetzung von Maschinen und intelligente Algorithmen werden manuelle sowie geistige Arbeitsprozesse automatisiert. Der Mensch wird künftig verstärkt mit Computern und Robotern zusammenarbeiten.

Diese Veränderungen haben sich mindestens in der Schweiz bisher positiv ausgewirkt; die Schweiz hat den Strukturwandel als Chance genutzt und in den letzten 25 Jahren wurden 800'000 neue Stellen geschaffen (WBF, 2019). Doch trotz dieses positiven Effekts stellt die Digitalisierung mit ihrem hohen Tempo der Veränderung auch eine enorme Herausforderung dar.

Wider Erwarten kein reines Sorgenthema
Die Schweizer Bevölkerung sieht beide Effekte: 49% der Befragten assoziieren gleichermassen Chancen und Gefahren mit der Automatisierung und der Digitalisierung der Arbeitswelt. Dies weist darauf hin, dass die Menschen das Potential einer digitalisierten Arbeitswelt durchaus sehen, aber auch gewisse Sorgen oder Ängste haben. Männer assoziieren dabei mehr Chancen als Frauen*.

Wie betroffen fühlt sich die Schweiz abhängig vom Alter?
Erstaunlicherweise fühlen sich insgesamt nur 38% von der neuen digitalen Arbeitswelt betroffen, wobei sich klare Altersunterschiede zeigen. Während sich bei den 35 – 49-Jährigen 39%, bei den 50 – 64-Jährigen 35% und bei den über 65-Jährigen nur noch 27% betroffen fühlen, sind es bei den 18 – 34-Jährigen 63%. Die stärkere Betroffenheit der jüngeren Generation könnte daherkommen, dass sich die Berufsprofile ständig verändern und je nach Tätigkeit noch nicht klar ist, in welchem Job oder in welcher Funktion sie zukünftig arbeiten werden, was aber aufgrund des fehlenden Wissens nicht explizit positiv oder negativ wahrgenommen wird.

Mittlere Altersgruppe zeigt wenig Bereitschaft, das eigene Verhalten anzupassen
Wie sich die Leute mit der Digitalisierung der Arbeitswelt auseinandersetzen möchten, ist abhängig vom Alter. Die Bereitschaft, das eigene Verhalten anzupassen (z.B. mittels Weiterbildungen) ist bei den Jungen (18 – 34-Jährigen) grösser (57 %) als bei den 35 – 49-Jährigen (28 %)*. Bei den älteren Altersgruppen im Erwerbsleben (50 – 64-Jährige) geben wiederum mehr an, ihr Verhalten anpassen zu wollen (41 %).

Empfehlung: Zielgruppengerechte Kommunikation und Aktivierung der mittleren Altersgruppe
Wieweit die Digitalisierung und Automatisierung der Arbeitswelt Chancen oder Gefahren für jeden von uns mit sich bringt, scheint unklar und schafft Unsicherheiten. Folglich besteht ein sehr hohes Bedürfnis nach Information – möglichst differenziert nach Branche, Alter und Ausbildungshintergrund, da grosse Unterschiede zu erwarten sind. Hier sind nicht nur Unternehmen, sondern auch Wissenschaft und Staat gefordert, um Arbeitnehmende und die gesamte Gesellschaft kompetent für die digitale Arbeitswelt zu machen. Besonders scheint die Aktivierung der mittleren Altersgruppe zentral. Etabliert im Beruf und oft auch privat stark eingebunden (Familie, Freizeit etc.), werden hier wohl oft andere Prioritäten gesetzt. Umso wichtiger ist es aufzuzeigen, dass die berufliche Adaptionsfähigkeit im Zeitalter der Digitalisierung eine Kernkompetenz für jeden von uns darstellt. Eigenverantwortung und Unterstützung sind dabei gleichermassen gefordert.

*signifikanter Unterschied


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