Das Internet dient heutzutage als die Informationsquelle. Es bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich über Themen zu informieren, auszutauschen und eigene Meinungen mitzuteilen. Dies geschieht beispielsweise über Online-Medienportale, Social Media Plattformen oder politische Foren.

Ein grosser Vorteile ist, dass durch das Internet Jede_r die Öffentlichkeit erreichen kann – unabhängig von deren Bekanntheitsgrads oder finanziellen Mitteln. Jedoch bringt das Internet auch Herausforderungen mit sich, wie der Umgang mit der Zunahme von willentlich verbreiteter Falsch-Information (engl. Fake News) oder Filter-Bubbles. Über Soziale Medien ist es zudem möglich über Social Targeting bestimmte Zielgruppen einfacher zu erreichen und zu versuchen Meinungen zu beeinflussen.

Hohe Ambivalenz – Potential und Ängste zugleich
51 % der Befragten geben an, durch die Digitalisierung gleichermassen Chancen und Gefahren für die Meinungsbildung zu sehen. Unabhängig von der Chancen- und Gefahrenwahrnehmung ist dabei die Forderung nach einer Einbindung der Bevölkerung durchgehend hoch (Schweiz insgesamt: 71 %, vgl. Abbildung unten). Man möchte das Thema folglich nicht den Fachpersonen alleine überlassen. Die Brisanz für die Demokratie mit Wahlen und Abstimmungen, aber auch für den eigenen Lebensalltag mit Kaufentscheidungen, zivilgesellschaftlichem Engagement oder auch privaten Dingen wie Wertschätzung und Beziehungen ist zu hoch.

Grad Einbindung Bevölkerung

Hohe Eigenverantwortung der Schweizer Bevölkerung
67 % der Schweizer Bürger_innen sehen sich selber in der Pflicht, die Meinungsbildung in der digitalen Welt zu reflektieren und sich mit dem Thema auseinanderzusetzen – noch vor der Politik (54 %) und weiteren Akteuren. Im Hinblick auf die gewünschten Formen der Auseinandersetzung mit dem Thema zeigt sich, dass 56 % sich informieren und Wissen aneignen möchten und 49 % wünschen, formal (z. B. in Abstimmungen) über Rahmenbedingen mitzuentscheiden. Sich selber für eine fundierte und differenzierte Meinungsbildung zu engagieren, scheint sehr zentral.

Wer soll die Auseinandersetzung vorantreiben?

Empfehlung: Hilfe zur Selbsthilfe fördern und demokratische Grundwerte schützen
Die Brisanz der Meinungsbildung und deren Manipulierbarkeit stellt kein neues Thema dar. Chancen und Gefahren in Pilotprojekten zu ergründen, scheint daher nicht im Vordergrund zu stehen. Vielmehr sind konkrete Handlungsansätze, Ideen oder Tools gefragt, um auf mögliche Manipulationen aufmerksam zu werden, beziehungsweise reagieren zu können. Dadurch kann der eigene Meinungsbildungsprozess unterstützt werden (Umgang mit Filter-Bubble-Problematik, Sensibilisierung für Fake News und politisches Microtargeting etc.). Es reicht aber nicht, sich selber kompetent zu machen und sich zu engagieren. Die Politik muss zusammen mit anderen Akteuren ihre Aufgabe wahrnehmen, gerade den gesellschaftlichen Meinungsbildungsprozess im Sinne demokratischer Grundwerte (Freiheit und Vielfalt von Meinungsäusserung, Aufzeigen von Manipulationsversuchen etc.) bestmöglich sicherzustellen.

Euphorie war gestern.

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